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technik ... objektive

Der wichtigste Teil einer Kamera ist wohl neben dem Fotografen und seinen Ideen das Objektiv. Der Markt ist voll davon, doch welche soll man kaufen? Hersteller oder Fremdhersteller? 100 oder 1000 Euro?
Ich kann natürlich nicht alle auf dem Markt befindlichen Objektive testen, aber die 4, die ich im Moment habe, möchte ich Euch gern näher vorstellen...

Auf den folgenden Seiten findet Ihr praxisbezogene Vergleiche der Objektive untereinander. Praxisbezogen deshalb, weil ich erstens kein Labor habe, um meine "Testserien" zu fahren und damit die Ergebnisse zweitens einfach nachvollzogen und nachgemacht werden können.
Es wird folgendes getestet:

Auflösung
Verzeichnung und Vignettierung
Farbfehler (Aberrationen)
Streulichtanfälligkeit
Fokussiergeschwindigkeit

Zunächst möchte ich jedoch etwas näher auf die Testmethoden eingehen:

Auflösung:
Die Testmethode, die hier eingesetzt wird ist der "5 Euro Test". Er wurde von den Usern auf penum.de entwickelt und hat nicht zum Ziel, einen Diagrammdschungel aus lp/mm- oder Kontrastwerten zu erzeugen, sondern einfach durch gleiche Bildausschnitte vergleichbare und von jedem Digicambesitzer reproduzierbare Ergebnisse zu erzielen.
Der Testaufbau sieht dabei folgendermaßen aus...
Ein weißes Blatt A5-Papier wird wie in der Abbildung ersichtlich, mit zwei neuwertigen (nicht zerknitterte oder fleckige) 5 Euro Scheinen beklebt. Dabei wird ein Schein in der Mitte gefaltet und bündig in der linken oberen Ecke angebracht. Der zweite Schein wird ungefaltet bündig in der rechten unteren Ecke befestigt.
Das so präparierte Testmotiv wird an einer planen Wand oder Tür befestigt.
Der Bildausschnitt wird so festgelegt, dass die linke, obere Papierecke bündig mit der linken, oberen Sucherecke ist. Die Bildmitte ist, wie auf dem Bild ersichtlich, der Torbogen des ungefalteten 5 Euro Scheins.
Nun wird per Blendenvorwahl eine Serie von Bildern pro zu testender Brennweite angefertigt. Die zu testenden Blenden sind alle vollen, sowie eine evtl. abweichende Anfangsblende. Aus den Bildern werden nun die zwei gelb markierten, 200x200 Pixel großen Ausschnitte zur objektiven Beurteilung der Schärfe herangezogen.

Damit die Ergebnisse nicht durch Benutzerfehler beeinflusst werden, sind folgende Dinge zu beachten:
Die Kamera wird auf einem stabilen Stativ horizontal und vertikal rechtwinklig zur Testfläche ausgerichtet, um Unschärfen durch verschiedene Schärfeebenen zu minimieren. Falls verfügbar, wird die Spiegelvorauslösung benutzt, um ein Verwackeln durch den "Spiegelschlag" auszuschließen. Das Testmotiv muss natürlich ausreichend hell beleuchtet sein (am besten Tageslicht), um die Gefahr eines Fehlfokus zu unterbinden.

Wenn ihr Ergebnisse anderer Digitalkameras oder Objektive sehen wollt, oder Eure eigenen Testergebnisse veröffentlichen wollt, dann schaut doch mal auf die Testseite von penum.de. Ich bin natürlich auch an Testaufnahmen von EOS-kompatiblen Objektiven interessiert.


Verzeichnung/Vignettierung:
Hier wird einfach ein großes kariertes Blatt formatfüllend fotografiert, um eine Verzeichnung oder Vignettierung des Objektivs festzustellen. Auch bei diesem Test wird die Anfangsblende und jede volle Blende gewählt. Aus den erhaltenen Bildern wird jeweils das Bild mit offener Blende und das Bild mit der Blende, bei dem die Vignettierung verschwunden ist, als Ergebniss herangezogen.


Farbfehler:
Bei diesem Test werden die berüchtigten chromatischen Aberrationen (Farblängsfehler) bzw. die Farbvergrößerungsfehler (Farbquerfehler) aufgedeckt. Es wird in einem abgedunkelten Raum ein heruntergelassener Fensterrolladen fotografiert. An den hellen Stellen, durch die das Tageslicht eindringen kann, werden in den meisten Fällen Farbsäume am Kontrastübergang zu finden sein. Auch bei diesem Test wird die Anfangsblende und jede volle Blende gewählt. Verschwinden die Farbsäume bei zunehmender Blendenzahl, handelt es sich um chromatische Aberrationen. Bleiben sie blendenunabhängig bestehen, hat das Objektiv ein Problem mit Farbvergößerungsfehlern.


Streulicht:
Jedes Objektiv hat Probleme mit seitlich oder frontal einfallenden starken Lichtquellen. Durch eine Gegenlichtblende kann dieses, durch die Reflektion der Linsenelemente untereinander hervorgerufene Phänomen gemindert werden. Eine Testmethode, um die Streulichtanfälligkeit unterschiedlicher Objektive zu testen, gibt es meines Wissens nach nicht. Blende, Brennweite, Winkel zur Lichtquelle und eingestellte Entfernung am Objektiv haben Einfluss auf Streulicht und Lensflare. Deshalb werden hier nicht miteinander vergleichbare Testbilder der Objektive ohne Gegenlichblende gezeigt. Sie dienen lediglich zur Information, was unter ungünstigsten Umständen bei Gegen- oder Streiflicht passieren kann.


Fokussiergeschwindigkeit:
Bei den meisten Motiven ist die Geschwindigkeit des Fokus von großer Bedeutung. Gerade Motorsportaufnahmen oder spielende Kinder werden sonst ein großes Problem für den Fotografen.
Hier wird von Hand die Zeit gemessen, wie lange der Fokus von "Unendlich" bis zur Nahgrenze braucht, um scharfzustellen. Aus drei gemessenen Werten, wird ein Durchschnittswert gebildet. Damit die Schärfe schnell gefunden wird, werden diese Tests ebenfalls bei Tageslicht durchgeführt.
Die Zeiten sind nur informativ und nicht direkt untereinander vergleichbar, denn da sind die Objektive zu unterschiedlich.
Als Faustregel gilt:
Je weniger Masse (Linsen) ein Objektiv beim Scharfstellen bewegen muss, umso schneller ist die Fokussiergeschwindigkeit.
Je kleiner die Brennweite eines Objektivs, umso schneller ist die Fokussiergeschwindigkeit.
Canons USM- oder Sigmas HSM- Objektive sind in der Regel schneller als vergleichbare Typen mit langsamerer Antriebstechnologie.